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Datenbank für Patentschriften

An Stelle langer Listen mit Patentnummern verweise ich
auf bereits vorhandene sehr gute Quellen, z. B.

das Rechnerlexikon
das Europäische Patentamt
(Espacenet)
window Patente des 19. Jahrhunderts ami19

 

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Eine Anmerkung:
früher bezeichnete man die deutschen Patente als DRP (Deutsches Reichs-Patent), gefolgt
von der Nummer. Heute nennt man sie DE und dann kommt die Nummer.

 


Aussergewöhnliche Patente zur mechanischen Rechentechnik

 

 

DE2555
Oscar Leuner in Dresden:
Addirstift
(1877)

 

  Den Addierstift hält man wie ein Scheibgerät.
Vorne steht eine bewegliche federbelastete Zunge hervor, die mit den Zahlen 0 bis 9 versehen ist.
Man drückt den Stift immer wieder so stark auf die Unterlage bis die Zahlen auf der Zunge gerade noch sichtbar sind. Diese Zahlen werden dann im Zählwerk oben im Stift aufaddiert. Man kann also Summen nur kolonnenweise bilden (zuerst die Einerziffern, dann löschen, dann die Zehnerziffern und so weiter) und wer zittert verrechnet sich.
 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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DE26756
C. T. Mauersberger in Glauchau:
Rechenmaschine
(1883)

 

 

Hier ist eine Multipliziertafel drehbar in einem Gehäuse gelagert. Daran ist nichts Besonderes, dieses Patent gehört jedoch zu den ganz wenigen, die zusätzlich eine mögliche Ausgestaltung des Gerätes zeigen - ganz im Geschmack der Zeit. Man werfe auch einen Blick auf die Füsse an der Walze.

 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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Patent

US140146
Gustavus Linderoos, of Point Arena, California
Improvement in Adding-Machines (1873)

 

  Bild Patent Ein einfacher Scheibenaddierer mit vier Scheiben. Als Antrieb dient die mittlere grosse Scheibe. Auch hier macht der Erfinder Angaben über die Ausgestaltung des Grundbretts:
"I make a face and bottom plate of the shape shown in the drawings or in any other which may be dicdated by convenience or fancy".
Seine Vorstellung und seinen Geschmack zeigt er in der Patentschrift.
 

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DE88297
Dr. Eduard Selling in Würzburg:
Electrische Rechenmaschine (1894)

 

 

 

Über die mechanischen Multipliziermaschinen von Eduard Selling habe ich bereits geschrieben (s. unter Menu Publikationen).
In diesem Patent stellt er den Entwurf einer mechanisch - elektrischen Multipliziermaschine vor. Sie wird nicht, wie man zunächst meinen könnte, von einem Motor angetrieben sondern rechnet über bewegliche Kontakte, Schalter und Elektromagnete. Für das Ende des 19. Jahrhunderts ist dies sicher ein modernes Konzept, wenn nicht sogar der erste Versuch überhaupt.
Leider ist die Patentschrift so kompliziert und langatmig formuliert (sie umfasst mit Zeichnungen ganze 24 Seiten), dass auch mehrmaliges Lesen kein Verständnis für die Zusammenhänge aufkommen lässt.
Hier eine Leseprobe:

Den ersten (selbstverständlich auch die erste), der mir genau erklären kann wie die Maschine funktioniert, nicht nur nach dem Patentanspruch, und ob sie überhaupt funktioniert, lade ich zum Essen ein.
P.S. soweit bis heute bekannt ist diese Maschine niemals gebaut worden.

 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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US528596
Horace D. Dicks:
Adding-Machine (1894)

 

 

Ein Addiergerät für zwei Zahlen bis 100. Beide stehen am Umfang der oben angebrachten Scheiben. Die Scheibe ganz oben lässt sich zum Addieren drehen. So etwas hat es häufiger gegeben.
Etwas absonderlich mutet der Zeiger in der Mitte an, der neben der senkrechten Skala an einer Schraube auf- und ab läuft (im Bild steht er ganz unten am Boden). Der zeigt die Tausender und Zehntausender des Ergebnisses an, weil sich diese Schraube mitdreht.

 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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Marker US575287
C. H. Redding
Adding Machine (1897)
  Bild Wie praktisch: eine Addiermaschine, die man an den Bleistift anklipsen kann und gleich zur Verfügung hat.
 

Dreire smallwin Patentschrift bei Espacenet

 

 

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DE153527
Fritz Hamburger in Freiburg i. B.:
Einrichtung zun elektrischen Betriebe von Rechenmaschinen
(1903)


  Dieses Gerät ist weder zur Nagelpflege noch für die Reizstrommassage vorgesehen.
Vielmehr sind an den Fingern Kontakte angebracht, mit deren Hilfe man eine elektrische Rechenmaschine steuert.
Dank an Barbara Haeberlin für den Hinweis.
 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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logo DE609047
Carl Kübler in Berlin
Kontrollvorrichtung zur laufenden, gleichzeitigen Überwachung
von Lagerbeständen verschiedener Waren und zu ähnlichen
statistischen Zwecken
(1932)
 

Bild1

Bild2

Hier sind mehrere Zahlenschieber auf ein Gestell montiert und gekennzeichnet, damit die Bestände an Artikeln überwacht werden können. Eigens für diesen Zweck hat die Firma Addiator den kleinen Zahlenschieber 'Toto' entworfen.
Eine bemerkenswerte Variante für die zwei- und dreidimensionale mechanische Speicherung von Dezimalzahlen.
 

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DE747073
Curt Herzstark in Wien:
Rechenmaschine mit einer einzigen von Einstellrädchen
umgebenen Staffelwalze
(1938)

 

  Dieses Patent ist die Grundlage der Curta Rechenmaschine und die Curta wurde erfolgreich verkauft. Allerdings hat sich der Erfinder hier noch wenig Gedanken über die Ausführung des Gehäuses gemacht oder aber er wollte nur das Prinzip zeigen. Man beachte z. B. die Lagerung der Wellen - das ist Maschinenbau, von Feinmechanik ist hier noch nichts zu sehen. Im nächsten Patent, gleich eine Nummer weiter (DE747074), sind in dieser Hinsicht die Zeichnungen schon sehr viel genauer.
 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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US1891854
Alonzo H. Greene:
Egg Meter (1932)
  Zählmaschinen sind Addiermaschinen, die nur fortwährend eine 1 addieren können. Man zählt damit alles mögliche, Stücke auf einem Laufband, Personen im Drehkreuz und vieles mehr.
Der Erfinder dieses Patents schlägt vor, man schnallt seinen Hühnern eine Zählmaschine wie einen Rucksack um die Flügel an ihr Hinterteil, damit man die Zahl der gelegten Eier bestimmen kann.
Einen Vorteil hat die Erfindung: der Farmer kann auch, ganz in kapitalistischer Denkweise, nach Auswertung der Ergebnisse zu seinen Hühnern sagen: Mädels, ihr habt die Vorgaben nicht erfüllt, ihr wandert in den Kochtopf.
Dank an Barbara Haeberlin für den Hinweis auf das Patent.
 

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GB665938
Julian Debogorski:
Adding and Subtracting Instrument for British Monetary
and Weight Units
(1949)
  Ein Abakus für britische Währung und Masse, damals noch nichtdezimal, aus dem Jahr 1949(!!). Wenn überhaupt kann so ein Gerät nur in britischen Kolonien Verwendung gefunden haben.
  Patentschrift bei Espacenet
 

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marker GB190414716
Hirsh Wolodarsky
An improved counting frame or apparatus (1904)
  bild Noch ein Abakus für britische Währung, Farthings bis Pounds.
Wie der Erfinder den längeren Stab mit 20 Zählkörpern in den Rahmen einpasst entehrt nicht einer gewissen Komik, ganz abgesehen von der Haltbarkeit solcher Verbindungen.
  Bild marker Patentschrift bei Espacenet
 

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ITFI940083
Conti, Franco und Frediani, Aldo:
Macchina Generatrice di Polynomi (1995)
  Was zunächst aussieht wie ein wirrer Haufen Mikado-Stäbe verbirgt tatsächlich einen Sinn. Es handelt sich hier um ein Analog-Rechengerät zur mechanischen Konstruktion von Polynomkurven.
 

Patentschrift und Erläuterung

 

 

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US3265297
Erroll W. Behrens, Jacksonville, Fla.
Push Cart Attachment (1966)

 

  Scheibenaddierer zur Befestigung am Griff des Einkaufswagens.
Die Begründung für die Erfindung in der Patentschrift ist so präzise wie zutreffend:

"One of the more embarrassing things that happen to shoppers today in self-service type stores is to arrive at the cash register and find that the total purchase price of the contemplated purchases exceeds the amount of money available in the pocketbook."

 

Patentschrift bei Espacenet

 

 

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  aus dem
Werbe-Faltblatt
für eine Rechenmaschine Mercedes-Euklid

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